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AntiSkid
Piloten helfen Piloten

Hilfe bei psychischen Belastungen und Suchtproblemen

Jeder Pilot kennst das: manchmal sind zwei Kilometer nasser Beton ziemlich kurz. Im Auto unterstützt ABS, im Flugzeug AntiSkid. Und wer unterstützt den Piloten selbst, wenn das berühmte Päckchen auf dem Rücken zu schwer wird, um die Linien des Lizenzrechts einzuhalten? Wer nimmt hier den Druck raus?

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Wir haben uns das Motto "Piloten helfen Piloten" auf die Fahne geschrieben. Als Peer-Support-Group beraten und unterstützen wir Kolleginnen und Kollegen, die sich Sorgen um ihre psychische Gesundheit und die Beeinträchtigung ihrer Flugtauglichkeit machen. Häufig sind es nicht die Betroffenen selbst, sondern deren Angehörige und Vertraute, die sich sorgen und kompetente Ansprechpartner suchen.

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Zusammen mit spezialisierten Psychotherapeuten, Fliegerärzten, Kliniken und einer professionellen Fachaufsicht beraten und unterstützen wir Hilfesuchende - auch anonym und immer vertraulich.

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Wir vermitteln schnell, unbürokratisch und vertrauensvoll genau die Art von professioneller Hilfe, die im Einzelfall benötigt wird.

Unsere Ziele sind:

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  • die Gesundheit der Betroffenen zu erhalten

  • die Flugtauglichkeit und damit den Arbeitsplatz zu erhalten

  • gemeinsam Lösungen für Probleme des privaten und des beruflichen Alltags zu finden

  • höchstmögliche Vertraulichkeit zu wahren

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Wem können wir helfen?

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Psychische Belastungen, wie z.B. Depressionen, Ängste oder Suchtprobleme bringen oft Folgeprobleme im privaten und dienstlichen Bereich mit sich. Wenn dazu noch die Herausforderungen des Flugdienstes kommen, kann die persönliche Belastungsgrenze rasch erreicht werden. Das Netzwerk AntiSkid unterstützt die betroffenen Kolleginnen und Kollegen die Flugtauglichkeit zu erhalten oder wieder zurückzuerhalten. Auf Wunsch können neben den Betroffenen auch deren Familien oder Freunde beraten werden.

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Wozu AntiSkid?

 

Die "roten Linien" des Lizenzrechts sind klar benannt und von jedem von uns eigenverantwortlich einzuhalten. Unabhängig davon, ob der eigene Fliegerarzt bereits Kenntnis davon hat oder nicht. Der Gesetzgeber sieht dann eine mehrjährige Fluguntauglichkeit und detaillierte Behandlungspfade zur Wiedererlangung eines Tauglichkeitszeugnisses vor - und entzieht den Betroffenen damit jahrelang die Existenzgrundlage.

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Alternativ bietet die Teilnahme an einem AntiSkid-Programm die Möglichkeit, den Flugdienst schnelle und legal wieder aufzunehmen. Wir tricksen nicht, wir zaubern nicht - unser Behandlungsangebot erfüllt sämtliche behördliche Anforderungen, die zur Wiedererlangung der Tauglichkeit gestellt werden. Wir arbeiten seit über 35 Jahren vertrauensvoll mit den beteiligten Stellen zusammen und können so die berühmten "kurzen Dienstwege" nutzen, um elegante Lösungen für die alltäglichen Herausforderungen zu liefern.

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Alltäglich? Ja, denn in Deutschland sind (Stand 2017) jedes Jahr etwa 27,8% der erwachsenen Bevölkerung von psychischen Erkrankungen betroffen.  Und so schön das Leben über den Wolken auch ist - Teil der erwachsenen Bevölkerung sind wir Flieger ja wohl auch.


Gegenseitiges Vertrauen, Professionalität und kollegialer Umgang sind die Basis des AntiSkid-Systems. So begleiten wir betroffene Kollegen durch eine schwierige Zeit und unterstützen sie auf ihrem Weg. Wie im Flieger gilt - you have control. AntiSkid ersetzt nicht die Entscheidung des Piloten, zu bremsen. AntiSkid kann helfen, dass 2km nasser Beton doch noch ausreichen.

 

Auf unserer Homepage haben wir weitere Informationen zusammengestellt rund um die Themen Lizenz, Psyche, Beratung. Die wichtigste Info steht oben - unsere Telefonnummer. Im Zweifel: Einfach mal anrufen und drüber reden.​

Leitbild

An erster Stelle steht bei AntiSkid die Hilfe von Kollegen für Kollegen. Wir sind ein Team von ehrenamtlich tätigen Piloten und damit ein kollegiales Bindeglied zwischen dem fliegerischen Alltag und der psychotherapeutischen und medizinischen Behandlung. Wir bieten eine umfassende, kollegiale Betreuung jedes betroffenen Kollegen – vom Erstkontakt bis zum Behandlungsende.

 

Wir beraten zunächst direkt Betroffene, Angehörige, sowie Kollegen, die sich Sorgen machen und informieren im persönlichen Gespräch über unsere Arbeit und die verschiedenen Behandlungsangebote.

Nach der fachlichen Untersuchung und Behandlungsauswahl unterstützen wir den Kontakt zur Psychotherapie. Bei Bedarf begleiten wir die Kollegen zur Aufnahme in eine unserer ausgewählten Kliniken.

Während der gesamten Zeit der Behandlung gibt es einen persönlichen Ansprechpartner bei uns und ein monatliches Gruppentreffen. Wir sind ständiger, kollegialer Ansprechpartner für Fragen und bei Krisen.

 

Unsere Betreuer nehmen an regelmäßigen Schulungen zu neusten psychotherapeutischen und medizinischen Erkenntnissen, zur Gesprächsführung, sowie zum Umgang mit Belastungen teil.

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AntiSkid arbeitet konzernübergreifend und alle Beteiligten unterliegen der gesetzlichen Schweigepflicht. Wir geben keine Informationen an den Arbeitgeber.

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Unsere ehrenamtliche und kollegiale Unterstützung und Hilfe sind mit einem eng kooperierenden System von professionellen Stellen verzahnt. Dazu gehören Psychosomatische Kliniken und ambulante Psychotherapeuten mit langjähriger Erfahrung bei der Behandlung von Piloten, weiterhin Flieger- und Allgemeinärzte, sowie ein spezialisiertes Labor für Abstinenzuntersuchungen.

Koordiniert, fachlich supervidiert und wissenschaftlich überprüft wird das ganze System von einer unabhängigen Fachaufsicht (Dr. Annette Schmidt und Prof. Dr. Gerhard Bühringer).

 

Außerdem stehen wir in gutem und steitgem Kontakt mit den Flugbetrieben, dem LBA, der Vereinigung Cockpit und dem BDL – ohne rechenschafts- oder auskunftspflichtig zu sein. Damit ist auch die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen gegeben.

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AntiSkid als eng verzahntes System von ehrenamtlicher Hilfe und professioneller Behandlung unterstützt Kollegen in psychischen Notlagen und hilft bei der Wiedererlangung der Flugtauglichkeit.

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Neben der Hilfe in Einzelfällen führen wir regelmäßig Vorträge und Seminare bei den Flugbetrieben durch. Ziel ist neben der Information über die Arbeit von AntiSkid, auch ein Beitrag zur Prävention psychischer Probleme. Wir informieren über Risikofaktoren und kritische Ereignisse bei der Entwicklung psychischer Störungen, sowie über eigene Maßnahmen und frühe Intervention zur Verhinderung eines schweren Krankheitsbildes.

Geschichte

Im Jahr 2020 feiert AntiSkid sein 35-jähriges Jubiläum. Am Anfang stand eine kleine Gruppe von Piloten, die sich nicht damit abfinden konnten, dass Piloten mit einem Alkoholproblem allein gelassen wurden und der Arbeitsplatzverlust die einzig mögliche Option war.

 

1985 wurde eine externe Fachaufsicht etabliert, mit dem Ziel der qualitativen Verbesserung der Arbeit auf einer wissenschaftlichen Grundlage.

Anfangs lag unser Schwerpunkt beim Thema Alkohol und dessen Missbrauch. Im Laufe der Zeit kam zunächst die Behandlung von Cannabis- und anderen Drogenabhängigen hinzu.  

Als große Erweiterung werden seit 2016 alle Formen von psychischen Problemen und Störungen von AntiSkid behandelt. Diese Gruppe, wie  etwa chronische Belastungen, Ängste und Traumata stellt heute den überwiegenden Anteil unserer Klientel.

 

In den letzten Jahren sind wir als Hilfesystem sehr gewachsen. Andere Länder entwickelten ähnliche Systeme, mit denen wir kooperieren. Die Flugbetriebe und Luftaufsichtsbehörden wie EASA und LBA sind zunehmend selbst daran interessiert ein spezialisiertes Gesundheitsmanagement in den Airlines zu etablieren. Auch wurde das Thema Präventionsarbeit immer wichtiger.


Angefangen im Lufthansa Passage, beteiligen sich inzwischen deutschlandweit zahlreiche weitere Flugbetriebe, wie Eurowings, Lufthansa Cargo, Cityline, TUI fly, Condor, DHL , Aerologic und DRF.

Psyche

Die etablierten, professionellen Strukturen der AntiSkid-Gruppe bieten auch bei psychischen Problemen den direkten Weg zu nachhaltiger Behandlung.
Wir möchten hier beispielhaft ausführen, wie unsere Hilfe bei dieser Art von Problemen aussehen kann.

 

  • Kollege hat nach einem einschneidenden fliegerischen Erlebnis, verbunden mit einem beinahe Kontrollverlust über das Flugzeug, eine latente Flugangst entwickelt, die er aber jahrelang gut unter Kontrolle hat.
    Hinzu kommt nun noch großer persönlicher Stress, durch eine Scheidung und den Sorgerechtstreit um die Kinder.
    Er bemerkt an sich selbst depressive Symptome, wie Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen und grüblerisches Verhalten.

  • Die Flugangst verstärkt sich und die Durchführung des Flugdienstes ist ihm fast unmöglich, er meldet sich immer häufiger krank.
    Er erzählt seinem Fliegerarzt von den Symptomen, dieser verweigert ihm das gültige Medical.
    Der Fall wird an das LBA verwiesen. Der Kollege sucht die Hilfe von AntiSkid.

  • Er trifft sich innerhalb weniger Tage zu einem Beratungsgespräch mit zwei AntiSkid-Betreuern und anschließend zur Begutachtung mit der Fachaufsicht.

  • Nach der Unterzeichnung des Beratungsprotokolls wird ihm eine stationäre Therapie in einer der mit AntiSkid zusammenarbeitenden Kliniken angeboten. Aufnahme meist schon innerhalb von einer Woche. Beginn einer sechs bis achtwöchigen Therapie mit Behandlung von Klinikpsychologen, die ebenfalls zum AntiSkid-Team gehören und in ständigem Kontakt mit der Fachaufsicht und den Betreuern stehen. Für die Dauer der Therapie ist der Kollege  krankgeschrieben.

  • Der Therapieverlauf des Kollegen ist sehr positiv und er trifft sich danach erneut zur Begutachtung mit der Fachaufsicht. Diese entscheidet, nach Rücksprache mit den Kliniktherapeuten, ihn wieder für den Flugdienst zulassen zu können. Das Gutachten geht an das LBA.

  • Der Kollege erhält nach der Bearbeitung seines Falles durch das LBA wieder ein gültiges Medical und macht weiterhin eine ambulante Therapie bei mit uns zusammenarbeitenden Therapeuten. Das Programm dauert insgesamt zwei Jahre.

Sucht

Neben der Behandlung von psychischen Erkrankungen, ist eine weitere Kompetenz des AntiSkid-Programms, bestehende Abhängigkeiten in den Griff zu bekommen und die Ausübung des Pilotenberufes weiterhin zu ermöglichen. Um die möglichst zügige Rückkehr in den Beruf zu erreichen, hat sich die Verzahnung stationärer und ambulanter Therapieangebote bewährt. Innerhalb von kürzester Zeit kann dem Betroffenen ein Therapieplatz in einer der mit AntiSkid zusammenarbeitenden Kliniken angeboten werden. Ziel des Klinikaufenthaltes ist es, die medizinisch-fachlichen Voraussetzungen zu schaffen, um schnellstmöglich wieder den Flugdienst aufnehmen zu können.

Im Regelfall kann der Betroffene schon nach Beendigung des stationären Klinikaufenthaltes und dem Wiedererlangen eines gültigen Medicals, seinen Flugdienst wieder aufnehmen. Die anschließende ambulante Betreuung durch erfahrene, mit AntiSkid zusammenarbeitende Therapeuten unterstützt die Klienten in der Festigung ihrer Abstinenz und der langfristigen Bearbeitung psychologischer Belastungen.

 

Dem Klienten steht für die Dauer ihrer Programmteilnahme (auch bei psychischen Problemen) ein Cockpitkollege, aus dem AntiSkid Team, als direkter Ansprechpartner zur Seite. Die Erfahrung zeigt, dass sich manche Fragen des Dienst- und Lebensalltages unter Kollegen am besten besprechen und lösen lassen - und zwar airlineübergreifend und unabhängig von disziplinarischen Hierarchien. Daneben bieten monatliche Gruppentreffen mit anderen aktuellen Programmteilnehmern die Gelegenheit, die eigene Lage mit ebenfalls betroffenen Kollegen zu besprechen. Nach erfolgreichem Abschluss des Programms kann fliegerlebenslang auf die Erfahrung des Teams zurückgegriffen werden. Oft hilft das Gespräch mit vertrauten Kollegen, um aufziehenden Problemen zu begegnen.

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Abhängigkeit statt Sucht

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Da der Begriff Sucht sehr unspezifisch ist, wurde er in Bezug auf stoffgebundene Süchte (Sucht nach Nikotin, Tabletten, Drogen, Alkohol ...) durch den Begriff Abhängigkeit ersetzt. Für die Abhängigkeit werden sieben Kriterien angegeben, von denen mindestens drei erfüllt sein müssen, um eine Diagnose stellen zu können:

 

  1. Starkes Verlangen, die Substanz (z. B. Alkohol) zu konsumieren

  2. Schwierigkeiten, die gefassten Vorsätze in Bezug auf Menge, Art und Häufigkeit des Substanzkonsums einzuhalten (Minderung der Kontrollfähigkeit)

  3. Körperliche Beschwerden bei Reduzierung der Konsummenge oder bei Beenden des Konsums (Entzugserscheinungen)

  4. Zunahme des Konsums, ohne dass die Wirkung der Substanz zunimmt (Toleranzentwicklung)

  5. Immer einförmiger werdende Konsumgewohnheiten (eingeengtes Konsummuster)

  6. Vernachlässigung anderer Interessen, z. B. Familie, Hobbys, Freunde, Beruf

  7. Fortsetzung des Konsums trotz des Wissens um bereits eingetretene Schäden körperlicher, seelischer oder sozialer Art

 

Bemerkenswert an dieser Definition ist die Tatsache, dass nicht alle Kriterien erfüllt sein müssen, um abhängig zu sein. Es werden auch keine Trinkmengen angegeben und der Substanzkonsum muss nicht zwingend täglich erfolgen.

Im Zentrum der Definition steht die Frage, welchen Stellenwert und welche Bedeutung das Suchtmittel im Leben des Betroffenen, in seinem Denken, Fühlen und Handeln einnimmt. Nur durch eine ehrliche und selbstkritische Beantwortung dieser Frage kann der Betroffene für sich klären, ob er abhängig ist oder nicht. Laborwerte oder medizinisch-psychologische Befunde geben hierüber keine sichere Auskunft.

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Alkohol - Zahlen und Fakten zur Alkoholabhängigkeit

 

  • Alkohol verursacht bei einer großen Zahl von Menschen schwerwiegende gesundheitliche Probleme.

  • Mehr als 9,5 Millionen Menschen konsumieren in Deutschland Alkohol in gesundheitlich riskanter Form

  • 1,77 Millionen gelten als alkoholabhängig.

  • Aktuelle Analysen gehen von jährlich 74.000 Todesfällen durch Alkoholkonsum allein oder durch den Konsum von Alkohol und Tabak aus.

  • Besorgniserregend ist der gestiegene durchschnittliche wöchentliche Konsum unter den 12- bis 17-Jährigen. Die Menge an Reinalkohol, die sie im Jahr zu sich nehmen, ist in den letzten Jahren um 48 % gestiegen.

  • 26.349 Kinder und Jugendliche haben in 2011 so viel Alkohol getrunken, dass sie in einem Krankenhaus behandelt werden mussten.

  • Die direkten Kosten alkoholbezogener Krankheiten werden auf insgesamt 26,7 Milliarden Euro geschätzt.

  • 15.130 Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss, bei denen es zu Personenschäden kam,wurden im Jahr 2012 registriert. Bei diesen Unfällen waren 19.321 Menschen beteiligt, 338 Menschen starben an den Unfallfolgen (Statistisches Bundesamt 2013).

  • Alle sieben Minuten stirbt ein Mensch in Deutschland an den Folgen von Alkoholkonsum.

  • Suchtprobleme bedeuten individuelle Tragödien für die Betroffenen und deren Familien.

  • Schätzungsweise jedes siebte Kind leidet unter der Sucht eines oder sogar beider Elternteile. Das entspricht 2,5 Millionen Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren.

  • Laut WHO sterben weltweit 3,3 Millionen Menschen an den Folgen ihres Alkoholkonsums.

 

Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), Statistisches Bundesamt

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Der Schlüssel für eine erfolgreiche Heilung ist eine frühzeitige Erkennung der Sucht. Einen Hinweis darauf, dass man selbst in eine Abhängigkeit gerät ist der sogenannte CAGE - Test. Wenn man zwei oder mehr dieser vier Fragen mit ja beantwortet, sollte man sich Gedanken machen ob man professionelle Hilfe aufsucht:

 

CAGE Test

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Cut Down: Haben Sie (erfolglos) versucht, Ihren Alkoholkonsum zu reduzieren?
Annoyed: Haben Sie sich geärgert, weil Ihr Trinkverhalten von anderen kritisiert wurde?
Guilty: Haben Sie Schuldgefühle wegen Ihres Trinkens?
Eye Opener: Haben Sie Alkohol benutzt, um morgens "in Gang" zu kommen?

 

Die gute Nachricht ist, dass, speziell in der Zunft der Piloten, eine Suchtkrankheit im Allgemeinen sehr früh auffällt. Enge Dienstpläne und Ruhezeiten erlauben es kaum, viel Alkohol zu trinken. Außerdem weiß jeder von uns, dass spätestens 12h vor Dienstbeginn Schluss sein muss mit Alkohol. Wenn ein Kollege es nicht mehr schafft, nüchtern zum Dienst zu erscheinen, ist das ein deutlicher Hinweis auf ein Problem. Die Betroffenen befinden sich jedoch noch in einem Anfangsstadium und die Chancen auf Heilung stehen sehr gut.


Hier setzt die Hilfe von AntiSkid an. Mit der professionellen Hilfe von Therapeuten, Ärzten, Kliniken und Kollegen gehen wir die Alkoholproblematik eines betroffenen Kollegen von mehreren Seiten gleichzeitig an. Das Suchtverlangen wird therapiert und der Kollege hat mit der Unterstützung von AntiSkid die Möglichkeit sein soziales Leben wieder aufzubauen. Somit haben die betroffenen Kollegen beste Chancen auf Heilung und schnellstmöglich wieder fliegen zu können.

FAQ

Zentraler Punkt unseres Arbeitens ist das individuelle Beratungsgespräch, da jeder Fall ein spezieller Einzelfall ist und selten mit einem Satz beantwortet werden kann.

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Erfährt mein Arbeitgeber, ob ich an einem AntiSkid-Programm teilnehme?

Nein. Wir sind Kollegen, die anderen Kollegen helfen ohne Informationen an den Arbeitgeber weiterzuleiten. Es gibt jedoch Situationen, bei denen die Flottenleitung dem Piloten ein Gespräch mit AntiSkid offiziell nahelegt. Im Anschluss an dieses Beratungsgespräch wird dann aber nur zurückgemeldet, ob eine Zusammenarbeit zustande gekommen ist, ohne weitere inhaltliche Informationen weiter zu leiten.

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Sollte ich meinem Fliegerarzt vom AntiSkid-Programm erzählen?

Generell sollte jeder seinem Fliegerarzt voll vertrauen - oder den Arzt wechseln. Da das AntiSkid Programm deutschlandweit bei den Fliegerärzten bekannt ist, besteht kein Grund zur Verheimlichung. Das Programm läuft immer in enger Zusammenarbeit von Pilotenkollegen, die als Betreuer fungieren, dem Fliegerarzt, Therapeuten und Fachärzten.

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Erfährt das LBA von dem Programm?

Ja. Der Pilot ist gesetzlich verpflichtet, gegebenenfalls mit seinem Fliegerarzt, alle meldepflichtigen Krankheiten an das LBA zu melden. Das heißt aber nicht automatisch, dass auch der Arbeitgeber davon erfährt. Die Abteilungen beim LBA unterliegen ebenfalls der Schweigepflicht. In solchen Fällen wird mit anonymisierten Einträgen im Medical wie zB. "SIC" gearbeitet.

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Wie läuft das Programm genau ab?

Jedes Programm wird individuell für die betroffenen Personen angepasst. In der Regel gehört dazu ein mehrwöchiger stationärer Aufenthalt in einer Fachklinik, regelmäßige ärztliche Untersuchungen, Gruppentreffen mit anderen betroffenen Piloten, Therapeutenterminen und ein enger Kontakt zu einem Betreuer von uns.

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Was passiert, wenn ich zu einem Beratungsgespräch gehe?

Das erste Treffen bleibt ein Beratungsgespräch und es werden keine Informationen weitergegeben, solange der Kollege dem nicht ausdrücklich zustimmt. Dazu setzen sich AntiSkid Mitarbeiter mit dem Kollegen zusammen, um seine Geschichte zu hören, Fragen zu beantworten und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

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Können auch Kolleginnen und Kollegen des Boden- oder Kabinenpersonals Hilfe durch AntiSkid erhalten?

Das AntiSkid Programm ist ein peer-support Programm von Piloten für Pilot(in)en. Für Flugbegleiter gibt es ein ähnliches System, was sich "Safety Belt" nennt. In allen anderen Abteilungen sind die jeweiligen disziplinarischen Vorgesetzten die Ansprechpartner.

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Wie verhalte ich mich, wenn ein Kollege bei der Arbeit angetrunken wirkt?

Im Zweifel immer ansprechen. Eine Alkoholfahne ist ein Zeichen dafür, dass der Blutalkohol noch bei mindestens 0,5 Promille liegt. Der Königsweg liegt in solchen Situationen immer darin, dass der Kollege nicht fliegt, solange die Situation vollständig, wie zB. durch eine Blutabnahme, geklärt ist. Lässt ein Kollege wissentlich einen anderen Kollegen unter Einfluss von Alkohol oder Drogen fliegen, macht auch er sich strafbar. Nachdem der Kollege sich krankgemeldet hat, sollte er vom AntiSkid Programm aufgenommen werden. Würde der betroffene Kollege sich nicht bei uns melden, geben wir die Rückmeldung an den "Informanten", dass kein Kontakt zustande gekommen ist. Dann bleibt für ihn nur die Möglichkeit die Situation der Flotte zu schildern.

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Wie verhalte ich mich, wenn im Freundes- und Bekanntenkreis ein Pilot auffällig wird?

Auch hier gilt: Im Zweifel ansprechen und an uns weiterleiten. AntiSkid berät auch Angehörige von Betroffenen.

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Kümmert sich AntiSkid auch um bedrohte Piloten?

Ja. Wir haben Kontakt zu Psychologen, die sich um den Bereich Bedrohungsmanagement kümmern.

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Was sagt das Gesetz (EASA) zu auffällig gewordenen Piloten?

Nach EU Verordnung 1178/2011(MED B055/060) und weiteren Regelungen, machen psychische Störungen und Substanzmissbrauch (wie zB. Alkohol, Drogen, Medikamenten) fluguntauglich.
Die Teilnahme an einem AntiSkid Programm bietet die Möglichkeit, den Flugdienst nach kurzer Zeit wiederaufzunehmen. Das Behandlungsangebot erfüllt dabei sämtliche behördlichen Anforderungen, die zur Wiedererlangung der Tauglichkeit gestellt werden.

 

Kann man sagen, ab wann der Alkoholkonsum bedenklich ist?

Die Berechnung des maximalen täglichen Alkoholwertes hängt von Faktoren wie Alter, Gewicht, Geschlecht und gesundheitliche Verfassung ab. Im Allgemeinen kann man aber folgende Mengenangaben als Richtwerte für risikoarmen Alkoholkonsum hernehmen:
 

24g Alkohol/Tag bei Männern
Dies entspricht ca. 0,5l Bier bzw. 0,2l Wein pro Tag.
Bei Frauen liegt der Wert bei 12g Alkohol/Tag.

Dies entspricht ca. 0,3l Bier bzw. 0,1l Wein pro Tag.

 

Dabei ist zu beachten, dass der tägliche Konsum von 20g Alkohol weniger schädlich ist als der wöchentliche einmalige Konsum von 140g Alkohol.

Als Piloten unterliegen wir jedoch noch einem weiteren Grenzwert. Ab einem Blutalkoholwert von 1,6‰ verlieren wir auf Dauer unsere Flugtauglichkeit! Dieser Blutalkoholwert kann nur durch eine hohe, antrainierte Alkoholtoleranz erreicht werden, so dass es sich mindestens um riskanten Alkoholkonsum bzw. Alkoholmissbrauch handeln muss. Diese machen fluguntauglich!

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Was ist Sucht?

Unter Sucht versteht man ein bestimmtes Verhaltensmuster, das mit einem unwiderstehlichen, wachsenden Verlangen nach einem bestimmten Gefühls- und Erlebniszustand beschrieben wird. Grundsätzlich kann jeder Mensch süchtig werden. Da Sucht nicht auf den Umgang mit bestimmten Stoffen beschränkt ist, kann jede Form menschlichen Verhaltens zur Sucht werden (z. B. Arbeitssucht, Spielsucht, Esssucht, Verlangen nach sexueller Befriedigung).
Jede Sucht entsteht über den Prozess: Erfahrung - Wiederholung - Gewöhnung - Missbrauch.
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Kontakt

Wir sind für Dich da

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Wir sind für Dich da​Hier findest Du eine Übersicht der Peers von AntiSkid. Telefonisch erreichst Du uns telefonisch unter 069 - 247 44 33 66 und per Email unter hilfe@antiskid.aero. Falls über die Hotline kein Kontakt zustande kommen sollte, sende uns gerne eine Email mit einer Kontaktmöglichkeit - wir melden uns schnellstmöglich zurück.

Peer-Team

Impressum

Angaben gemäß §5 DDG

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Stiftung AntiSkid (rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts)

Vertretungsberechtigter Vorstand: César E. Holzem

Hugo-Eckener-Ring, Gebäude 234, Einheit C 7.13

Frankfurt Airport Center (FAC)

60549 Frankfurt/Airport

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Kontakt

+49 151 261 013 12

vorstand@antiskid.aero

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USt-ID: DE454790595

 

Streitschlichtung

Wir sind nicht bereit oder verpflichtet, an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen.

 

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